Warum verdienen Lehrer eigentlich so viel mehr als kommunale Bedienstete ???
#1

Mir ist seit langem ein Dorn im Auge, dass die Lehrer in Deutschland im Vergleich zu uns Kommunalbediensteten so hoch bezahlt werden.

Kann mir mal jemand erklären, warum z.B. ein Erdkunde/Deutsch-Lehrer am Gymnasium meines Wissens A 15 verdient, eine mit hoher Verantwortung ausgestattete Führungskraft in der Kommunalverwaltung aber nach jahrelangem Aufstieg meist mit A 11 bis A 13 (dito bei Angestellten) abgespeist wird ?

Dazu kommt noch, dass die Führungskräfte in der Kommunalverwaltung ebenso i.d.R mindestens ein Studium aufweisen, sich permanent fortbilden müssen und zahlreiche unbezahlte Überstunden nicht unüblich sind. Die kommunalen Führungskräfte stehen meist unter permanentem Druck von Bürgern, Politik und Öffentlichkeit, und und und.

Und Lehrer ? Mittags ist Schluss, dazu kommen ein paar Korrekturen zu Hause. Unendlich Urlaub, kaum Verantwortung, einmal gelernt heißt oft für das ganze Berufsleben ausgelernt ...

Wo bleibt da die Gerechtigkeit und Ausgewogenheit der Bezahlung im öffentlichen Dienst ???
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#2

Nimm einfach mal deinen Dorn aus dem Auge, dann gehts gleich wieder besser... Danke!
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#3

Mein Gott, geistreiche Antwort...
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#4

A15, da muß man aber schon stellv. Schulleiter oder so sein, die meisten werden sich eher im Bereich A13 oder A14 tummeln. Bei Grund- und Hauptschulen eher A12 und A13. Ob das im Vergleich zu einem Kommunalbeamten viel ist kann man differenziert betrachten. Wenn einer gut ist und den Schülern Wissen vermittelt denke ich ist er/sie das wert. Kommunalbeamte mit hoher Verantwortung gibt es nicht so viele. Das sind dann schon eher Wahlbeamte. Die anderen lassen sich im Regelfall alles wichtige von oben absegnen, sprich vom OB, Bgm oder Landrat bzw. den dafür verantwortlichen Ausschüssen. Und eine Amtshaftung gibt es in Deutschland eh nicht, was ja auch der Bund der Steuerzahler anprangert.
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#5

Ich teile den Ärger des Themen-Eröffners.

Nichts gegen Lehrer und deren Bezahlung !!! Aber wir Kommunalen sind beim Gehalt zu weit zurück.

Zumindest in NRW wurden in den vergangenen "dank" der GPA (Gemeindeprüfungsanstalt) massiv Ämter zusammen gelegt mit der Folge immer geringerer Aufstiegschancen bei gleichzeitig größerer Belastung. Im gehobenen Dienst ist meist bei A 10 oder A 11 Schluss (analog mit Angestelltenlehrgang II).

Beispiel Schulamt: Der Amtsleiter von Schulamt & Sozialamt wird mit A 11 abgespeist. Das ist einfach lächerlich, wenn er dann mit den Schulleitern (A 15 + x) auf Augenhöhe sprechen soll.

Ferner wurde in NRW für kommunale Angestellte und Beamte eine leistungsorientierte Bezahlung eingeführt; sprich: noch mehr knechten und buckeln oder Gehaltseinbußen. N010
Landesbeamte wie Lehrer wurden von der Landesregierung nicht einbezogen ;-)
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#6

Es ist wirklich schade, dass sich so viele Menschen mit dem Lehrerdasein und dem steinigen Weg bis man Lehrer wird überhaupt nicht auskennen, aber "perfekt" urteilen können!
Hier eine kurze Aufklärung:
1. Um Lehrer zu werden muss man ein Universitätsstudium(Zulassung nur mit allgemeiner Hochhulreife) absolvieren und nach vielen Klausuren sowie einer langen Prüfungsphase das "Erste Staatsexamen" bestehen.
2. Dann ist man erst 2 Jahre lang an einer zugewiesenen Schule als Referendar bzw. Lehramtsanwärter (verdient nach ca 4-5 Jahren Studium immer noch weitere 2 Jahre sehr wenig) und muss sich nach mehreren Unterrichtsbesuchen Fach- und Seminarleiter ein weiteres Mal einem aufwendigen Prüfungsprozedere zum Bestehen des "Zweiten Staatsexamens" unterziehen.

Im Anschluss muss sich der fertige junge Lehrer auf Stellenausschreibungen bewerben, um seine erste feste Stelle zu erhalten.
Wenn man bedenkt,dass man bis dahin kaum Geld verdient hat, ist es nur gerecht, wenn man etwas mehr als die komunalen Beamten verdient, die einen nicht so beschwerlichen Berufswerdegang aufweisen müssen.
Ansonsten finde ich, dass jeder, dem der seit Jahren von der allgemeinen Lohnentwicklung abgehängte und somit nicht mehr zeitgemäße "normale" Verdienst von Lehrern ein Dorn im Auge ist, doch einfach selbst versucht Lehrer zu werden und danach dann mal urteilt. Viel Spaß an der Bildungsfront:-)
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#7

Dazu noch ein kleines Schmankerl, gefunden im Komba-Forum:

"Kleine Lehrerzulage", Autor: Martin, Datum: 03-16-09 11:34

" 'Drittens steigt mit jeder linearen Tabellenanpassung das besondere Tabellenentgelt für Lehrkräfte in den Entgeltgruppen 9 bis 13 um jeweils 7,20 Euro sowie in den Entgeltgruppen 5,6 und 8 um 6,40 Euro. Für die Laufzeit des Tarifvertrages macht dies bei zwei Erhöhungen 14,40 Euro bzw. 12,80 Euro. Das beruht auf der „kleinen“ Lehrerzulage. Von dieser Regelung sind Lehrkräfte in der Entgeltgruppe 13 ausgenommen, die auch als Studienräte beschäftigt werden können. Sie haben bis zur Überleitung in den Tarifvertrag der Länder (TV-L) die „große“ Lehrerzulage erhalten.'

Aus einer GEW Info zum Tarifergebnis 2009!

Jetzt wird mir auch klar, warum 84 Prozent der Lehrer dem Tarifergebnis 2009 zugestimmt haben. Eine schöne Sache eine solche versteckte "kleine Lehrerzulage". Wie groß mag da erst die "großte Lehrerzulage" sein ?! "
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#8

Moin,

grundsätzlich ergeben sich die Antworten aus dem Inhalt des ersten Beitrages und seines Schreibers:
Es fehlen m.E. u.a. Sachkenntnisse, Beurteilungsvermögen, Sachlichkeit.
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#9

Die Frage ist eher, warum verdienen Lehrer mit Halbtagsjob und x Wochen Urlaub so viel?
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#10

(30.09.2010, 11:44)Gast schrieb:  Lehrer mit Halbtagsjob und x Wochen Urlaub
Ich bin kein Lehrer, aber mit der Bemerkung kriegste Spaß hier im ForumIcon_wink. Bin gespannt.
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#11

Guten Tag...
wat für ne Diskussion!!!

Lehrer prägen (ob mit oder ohne Know how) unsere Kinder. Damit tragen sie sehr wohl Verantwortung. Ich bin sogar der Meinung, dass Hauptschullehrer in s.g. sozialen Brennpunken besser bezahlt werden müssten. Mit denen möchte ich nicht tauschen.
Allerdings wirkt es schon befremdlich für alle Außenstehenden, wenn ab Zwei für die meisten Lehrer Feierabend ist. Da sage ich nur: "Augen auf bei der Berufswahl".
Da heist es wohl in die Politik gehen und Gesetze ändern...

Zum Schreiben "Gast" des Eintrages 6: Was ist das denn für eine Argumentation? Hochschulstudium bis hin zum 2. Staatsexamen und dann musste man sich bewerben????? Spontan fallen mir bei meinem AG 5 Leute ein, die das auch gemacht haben und noch lange nicht so viel verdienen.....
Wenn schon eine Pro-Argumentation dann doch nicht mit der Ausbildungszeit begründen.
Da könnte man ja auch sagen: das meiste lernt man durch Berufserfahrung.... damit müsste jeder 'ne A15 bekommen (denn verdienen tun es ja die meisten ;-)!!!

einen schönen Tag noch Icon_smile
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#12

Hallo Auenlandbewohnerin,

ich freue mich immer, wenn ich hier Deine Beiträge schmökere. Du hast natürlich völlig recht; ich finde das auch übertrieben. Aber es ist z. B. bei Erziehern/Erzieherinnen ganz ähnlich. Wenn die fertig sind mit der Ausbildung, machen die gleich richtig Kohle im Gegensatz zu uns armen Verwaltungsschweinen. Man macht so ziemlich eine der härtesten Ausbildungen überhaupt und geht anfangs vielleicht mit netto 1.100 EUR bei Steuerklasse 1 nach Hause. Bei den Lehrkörpern ist das nun mal so, dass sie, wegen des Hochschulstudiums gleich dem "Höheren Dienst" angehören. Das heißt, die steigen da ab A 13 (Eingangsamt) ein. Bei "normalen" Verwaltungsbeamten ist da Ende Banane, da diese nur dem "gehobenen Dienst" angehören. Mehr als Oberamtsrat/rätin kannst in dem Chambre nicht werden. OK, es gibt auch bei manchen Behörden höhere Tiere, die sind dann aber auch ausgestattet mit Hochschulstudium (Volljuristen u. dergleichen). Man kann daran nicht groß was machen. Manches muß man hinnehmen, so wie es ist. Auf der anderen Seite vertrete ich jedoch die Meinung, an der Bildung zu sparen, ist der falsche Weg. Ich hoffe, dass die Politik das endlich einmal erkennt. Wünsche Dir noch ein schönes Wochenende:-) Glück auf: Hägar
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#13

Hallo Hägar!

Natürlich ist sowas ungerecht und auch demotivierend.
Aber da gibt es so viele Dinge, die nicht richtig laufen...
Seit der TV-L bzw. TVÖD eingeführt wurde, läuft der AG vor Freude drei Runden extra.... Seit ca. 5 Jahren gibt es die TVs und noch immer keine Eingruppierungsverordnung... Warum? Weil das zu teuer werden würde.
Und was machen die braven Angestellten? NEHMEN ES HIN.
Da könnte man sagen: ab in die Gewerkschaft. Wer ist das? im schlimmsten Fall Verdi (ich bin auch verdi-Mitglied). Die machen zwar manches, aber nicht viel. Mit der Begründung: die Mitglieder im öD sind zu wenig organisiert, also zu wenige Mitglieder. Tja, wenn man die AG dazu bringt, alle nach dem TV zu bezahlen, auch ohne Gewerkschaftsbindung.... dann muss ich mich auch nicht wundern, wenn man keinen Sinn sieht in eine solche einzutreten.
Ich z. B. kann nicht mal streiken bzw. würde kein Streikgeld erhalten und darf auch bei Abstimmungen nicht mit abstimmen. Und das nur, weil mein AG in keinem AG-Verband ist. Man muss sich das mal vorstellen: der AG ist nicht organisiert, und deshalb hab ich nicht alle "Gewerkschaftsrechte", obwohl ich volles Mitglied bin. Aber da ich nunmal mit Leidenschaft im PR bin, sehe ich die Mitgliedschaft als notwendig. Aber das ist ein anderes Thema.
Nochwas zum Thema Bezahlung: wir haben volljuristen bei uns im Haus, die "nur" mit mittleren ETG abgespeist werden.... trotz 2. Staatsexamen.

Egal: wir halten durch, gelle O030Icon_cheesygrin

Gruß
Auenlandbewohnerin
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#14

Einfach mal ueberlegen, ob man den Job selbst machen wuerde! Die meisten Neider wuerden doch direkt "nein" sagen. Warum? Vielleicht ist der Job doch nicht so verlockend, wie sie vorgeben - und die hohe Bezahlung doch nicht ausreichend genug, sich neu zu orientieren und Lehrer zu werden. Ein Tip: Es werden momentan Lehrer gesucht, auch als Quereinsteiger. Wer also einen angbelich stressfreien, ueberbezahlten Halbtagsjob haben will, der soll mal Worten Taten folgen lassen...oder dann doch lieber nicht?!?!
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#15

Ich möchte kein Lehrer sein, dann hätte ich spätestens bei der Urlaubsplanung Probleme. Ich möchte nicht immer in der teuersten Zeit verreisen müssen sondern teile mir meinen Urlaub lieber selbst ein und auch mal spontan.
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